Sonntag, 17 Dezember, 2017

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Damit der Handel in der Innenstadt nicht zum Verlierer wird

Stellplätze: Wirtschaftsvereinigung sieht in Parkgarage auf dem Feustle-Areal viele Vorteile

 


 

 

Am morgigen Mittwochabend (28.11.2012) hält die Wirtschaftsvereinigung Günzburg ihre Mitgliederversammlung ab (Beginn: 19 Uhr). Im Panoramasaal der    Volksbank geht es dann ab 20 Uhr um einen „neuen strategischen Einzelhandelsplan für Günzburg“. Dabei steht einmal mehr die Frage im Raum, wie die  Innenstadt weiter attraktiv bleibt. Dazu ist aus Sicht des Vorsitzenden Peter Schleifer Voraussetzung, dass ausreichend Parkraum zur Verfügung steht. Doch hier  stehen Verschiebungen an: zum einen durch den Neubau des Amtsgerichts, zum anderen durch die Entwicklung des Lutz-Areals. Momentan stehen auf dem  Lutz- Areal am Fuße der Oberstadt etwa 150 Stellplätze zur Verfügung. Sie werden nach Beobachtungen der Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung gut      angenommen. „Das liegt an den relativ geringen Parkkosten sowie an der Nähe zur Kernstadt“, führt Schleifer aus. Bei der geplanten Bebauung des Lutz-Areals würden diese Stellplätze größtenteils wegfallen, so der Vorsitzende. Nicht weit davon entfernt liegt das sogenannte Feustle-Areal unterhalb des Kuh- und   Storchenturms. Dort befinden sich laut Schleifer momentan circa 35 Stellplätze. „Dieses Areal ist seit Jahren vorgesehen, um hier circa 230 Stellplätze Die 2008  vorgestellte Planung einer Hanggarage wurde kurz vor dem Startschuss überraschend gekippt“, heißt es in einem Positionspapier der Wirtschaftsvereinigung, das  an die Mitglieder versandt wurde. Der aktuelle Planungsstand würde die Verwirklichung einer Parkgarage mit ebenfalls etwa 230 Stellplätzen vorsehen. „Diese  würde aus Kostengründen vor dem Hang errichtet. Hierzu fehlen der Stadt noch zwei Schlüsselgrundstücke, deren Erwerb noch nicht gesichert ist.“ Vorsitzender  Schleifer hat nun zwei Szenarien durchgespielt.

Szenario 1:

Der Investor auf dem Lutz-Areal, die Firma Abenstein, errichtet im Auftrag der Stadt eine Tiefgarage mit zwei Abschnitten. Der erste Abschnitt würde circa 80  Stellplätze, der zweite 40 aufweisen.„Hier ist zu bedenken, dass die Realisierung des zweiten Abschnitts eher unwahrscheinlich ist“, schreibt Schleifer. Die Stadt  gehe davon aus, dass sie etwa 30 Dauerparkplätze an die örtliche Wirtschaft veräußern muss, um den „öffentlichen Teil“ der Tiefgarage zu finanzieren. Die Kosten p ro Stellplatz belaufen sich nach Angaben des Vorsitzenden auf etwa 22 500 Euro.

Szenario 2:

Auf dem Feustle- Areal wird eine mehrgeschossige Parkgarage  gebaut. Schleifer glaubt, dass es hier je nach Ausbau zwischen 250 und 300 Stellplätze geben wird. „Die Kosten pro Stellplatz waren schon bei der Planung der  Hanggarage deutlich günstiger. Mehrheitlich befinden sich die notwendigen Grundstücke im Eigentum der Stadt.“ Die Wirtschaftsvereinigung sieht im Szenario 2  deutlich mehr Vorteile. Durch den direkten Anfür schluss an die ehemalige B10 sei die Variante vorteilhafter. Dadurch entstehe die gewünschte  Verkehrsentlastung südlich der Altstadt. „Die auf dem Lutz-Areal wegfallenden Stellplätze könnten im Gegensatz zur Lutzlösung wieder angeboten werden“, so  Schleifer. Im Bereich des Kuhturms müsste ein Aufzug errichtet werden, fordert er. Unterm Strich sollte sich diese Lösung deutlich besser rechnen, glaubt der  Sprecher der Wirtschaft. Pläne auf dem Lutz-Areal werden begrüßt Die Günzburger  Wirtschaftsvereinigung begrüßt die Bemühungen der Stadt uneingeschränkt, das Lutz-Areal nach Jahren des Verfalls zu einem belebten, schmucken    Innenstadtquartier zu wandeln. Die Bewertung der Parkraumsituation und deren Entwicklung seien dagegen ungleich schwieriger. Schleifer: „Die Stadt muss hier  ihre Aufgaben besonders exakt machen.“ Das Feustle-Areal müsse weiter im Fokus bleiben. „Falls es hier dann zur unabsehbaren Verschiebung bei der Errichtung  von Parkplätzen käme, weil alle Mittel für das Lutz-Areal verbraucht wurden, wäre der Verlierer dann genau der Innenstadthandel. Dessen Rettung haben wir uns gerade erst in Form eines Einzelhandelskonzeptes auf die Fahnen geschrieben“, heißt es in dem Positionspapier abschließend.

 

Zeitungsbericht von Georg Schalk